Wo bleibt das Geld für die stornierten Reisen?

Seit Monaten drücken sich manche Reiseveranstalter und Fluggesellschaften um die Rückerstattung ausgefallener/stornierter Reisen und Tickets - zum Schaden der Urlauber. Den Verbraucherschützern und den Reisebüros, die ebenfalls schwer unter der Krise leiden, platzt jetzt der Kragen.

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Es geht um viel Geld:Manche Reiseveranstalter und Airlines rücken es seit MOnaten nicht mehr heraus.

Trotz staatlicher Hilfen überlassen viele Airlines und Veranstalter ihre Kunden ihrem Schicksal: Sie zahlen seit Monaten Kundengelder nicht zurück und/oder sind für Nachfragen praktisch nicht erreichbar. Reisebüros versuchen in der Krise zu helfen, doch alle Versäumnisse können sie nicht wettmachen.

Der Dachverband der Reisebüros QTA begrüßt grundsätzlich die staatlichen Hilfen für die in Schieflage geratene Tourismusbranche. Doch erfüllt das Verhalten mancher Airlines und Reiseveranstalter gegenüber den Kunden die QTA mit Unverständnis. Ihr Sprecher Thomas Bösl lobt dagegen seine Kollegen in den Reisebüros: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten einen unschätzbaren Dienst für die gesamte Branche, indem sie, wie man es von ihnen gewöhnt ist, ihre Kunden umfassend betreuen und damit auch als Puffer zwischen ihnen und den Leistungsträgern dienen“.

Bei allem berechtigten Stolz auf diese große Leistung könne das Verhalten mancher Veranstalter und Airlines jedoch nicht weiter hingenommen werden: „Unsere Reisebüros sind nicht länger bereit, weiterhin für deren Versäumnisse gerade zu stehen. Gerade jetzt, wo die Reisebüros endlich wieder aktiv buchen können, müssen auch die durch die Corona-Krise entstandenen Belastungen gerecht zwischen den Partnern Airlines, Veranstalter und Vertrieb verteilt werden, so dass auch die Reisebüros wieder ihren eigentlichen Aufgaben im Dienste der Kunden nachgehen können.“ 

Komme es zu keiner Änderung, wollen die Reisebüros die Arbeit für diejenigen Veranstalter und Airlines, die nicht für den Vertrieb erreichbar sind, einstellen und verärgerte Kunden direkt an Leistungsträger verweisen. Bösl: „Solidarität ist keine Einbahnstraße – das Maß ist voll“.

Auch Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv,) fordert eine umgehende Erstattung der stornierten Tickets: „Die Bundestagsabgeordneten wollen sich das Hauptärgernis für Verbraucherinnen und Verbraucher im Reisebereich nun genauer anschauen. Das ist so richtig wie überfällig. Seit März drehen sich zwei Drittel der Verbraucherbeschwerden um die ausbleibende Erstattung von Flugtickets und Reisevorauszahlungen. Da geht es um viel Geld. Geld, das Verbrauchern in der Krisenzeit fehlt, weil sich Reiseveranstalter und Airlines nicht an geltendes Recht halten“.

Ein besonderes Augenmerk der Abgeordneten wird auf der Lufthansa liegen. Sie erhält Milliardenhilfe vom Steuerzahler. Müller: „So wichtig und richtig die Unterstützung des Unternehmens ist: Daran sind auch Erwartungen geknüpft. Nötig ist, dass die Lufthansa sofort ihr automatisches Refundsystem wieder in Gang setzt und sämtliche stornierte Tickets innerhalb von zwei Wochen an die Kunden erstattet“.

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