Urlaub wird noch billiger

Des einen Freud. des andern Leid: Während die türkische Bevölkerung unter der Last der massiven Lira-Abwertung leidet, haben ausländische Touristen den Gewinn davon: Der Urlaub in der Türkei ist noch billiger geworden,

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Sieben bis acht Lira konnten Touristen schon für einen eingewechselten Euro erhalten – gut 40 Prozent mehr als noch zu Jahresbeginn. Das macht nicht nur den Besuch von Restaurants und Bars, sondern auch Ausflüge vom Hotel in die Umgebung noch günstiger, als sie ohnehin schon waren. Vor allem aber werden Shopping-Touren für Dollar- und Eurobesitzer zu Schnäppchen-Erlebnissen: Ob Taschen von Luis Vuitton oder Parfumes von Dior, Anzüge von Pierre Cardin oder teure Sonnenbrillen von Dolce&Gabanna – Touristen aus aller Welt verlassen die Läden mit vollen Einkaufstaschen, in den großen Einkaufszentren herrscht Schlussverkaufs-Stimmung.

Wie sich die Lira-Schwäche auf die Tourismuszahlen auswirken wird, lässt sich zurzeit noch nicht beziffern. Nach einigen schwachen Jahren hat sich der türkische Tourismussektor inzwischen wieder gut erholt. Schon im ersten Halbjahr 2018 stieg die Zahl der ausländischen Besucher nach Angaben des Ministeriums für Tourismus und Kultur im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30,4 Prozent auf 16 Millionen.  Vor allem die Zahl der Gäste aus Russland und Deutschland hat rapide zugenommen.

Die Tourismusbranche geht davon aus, dass 2018 die Allzeitrekorde der Vergangenheit noch einmal übertroffen werden. Voraussetzung ist freilich, dass es keine neuen politischen Krisen gibt, und die wirtschaftliche Lage beherrschbar bleibt.

Deutschland stärkt der Türkei im Handelsstreit mit den USA den Rücken. In einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan unterstrich Bundeskanzlerin Merkel nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu ausdrücklich das deutsche Interesse an einer starken türkischen Wirtschaft. Merkel, die sich mehrfach besorgt über den eskalierenden Konflikt zwischen Ankara und Washington geäußert hat, versicherte Erdogan: „Deutschland möchte eine prosperierende türkische Wirtschaft.“ Die gesamte EU profitiere von einer stabilen Lage in ihrer Nachbarschaft.

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