Massive Kritik an Maas

Die Verlängerung der Reisewarnung für Länder außerhalb der EU bringt Außenminister Maas unter Druck. Er erntet massive Kritik von der Tourismuswirtschaft und zahllosen Urlaubern, die sich mit Online-Petitionen und Protestschreiben gegen ihn wenden.

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Besonders heftig geht die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (asr) mit Außenminister Maas und seiner Entscheidung ins Gericht, die Reisewarnung für 160 Länder, darunter die Türkei, bis zum 31. August zu verlängern. „Die unbegründete pauschale Verlängerung zieht Hunderten von mittelständischen Unternehmen endgültig den Boden unter den Füßen weg“, sagt asr-Präsident Jochen Szech. Er rügt, dass es in mehr als drei Monaten Corona-Krise nicht gelungen ist, eine Risikoabwägung nach Ländern und Regionen zu erstellen.

Zahlreiche Länder und Ziele weisen keine oder nur noch geringe Infektionszahlen auf. Szech wörtlich: „Neuseeland ist corona-frei, in NRW gibt es aktuell noch immer 1.400 Infizierte. In British Columbia sind weniger als 200 Einwohner infiziert – in Bayern mehr als sechsmal so viele Menschen. Wieso soll dann ein Urlaub in Deutschland sicherer sein? Wieso glauben Außen- und Innenministerium, sie könnten eine ganze Branche und Millionen Urlauber für dumm verkaufen?“

Maas selbst versicherte, dass die Reisewarnung in den nächsten Wochen immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden soll. «Dort – und nur dort – wo das Gesamtpaket aus positiver Pandemieentwicklung, einem stabilen Gesundheitssystem, stimmigen Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten das zulässt, können wir möglicherweise schon früher von einer Reisewarnung zu Reisehinweisen zurückkehren.»

Der Reiseverband DRV bezeichnete die Entscheidung des Auswärtigen Amtes ebenfalls als nicht «verhältnismäßig», weil sie rund 160 Staaten über einen Kamm schere. «Die Pandemie klingt in sehr vielen Ländern der Welt ab», sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Er forderte schnellstmöglich differenzierte Reisehinweise. Zugleich wies er darauf hin, dass im Krisenfall die Veranstalter Pauschalurlauber zurückholten.

Branchenprimus Tui hätte „etwas mehr Mut“ sinnvoll gefunden, «um auch Reisen in ausgewählte Länder wie die Türkei zu ermöglichen, die haben sich schließlich auch sehr gut vorbereitet». Der Geschäftsführer der FTI Group, Ralph Schiller, kritisierte, die Entscheidung Berlins «entzieht Veranstaltern und Reisebüros in Deutschland weiter einen großen Teil der Wirtschaftsgrundlage und ist zudem auch ein herber Rückschlag für viele betroffene Destinationen.» Ingo Burmester, DER Touristik-Zentraleuropa-Chef, zeigte sich allerdings zuversichtlich «dass einige Reiseziele, darunter die Türkei, bereits zeitnah Urlauber sicher empfangen können.»

Türkische Hoteliers reagierten enttäuscht. Die Türkei müsste «unter den ersten Ländern» sein, für die die Reisewarnung aufgehoben werde, sagte Erkan Yagci, Chef des Mittelmeer Hotelier und Touristikverbandes (Aktob). Sein Land habe «Pionierarbeit» geleistet und zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus getroffen.

Der asr prüft sogar rechtliche Schritte gegen das Auswärtige Amt. „Schon das gebetsmühlenartig wiederholte Mantra des Außenministers, dass es keine zweite Rückholaktion geben werde, ist und bleibt grob irreführend: Die Veranstalter sind es, die dazu verpflichtet sind, ihre Kunden zurückzuholen – und eben diese Veranstalter haben dies erfolgreich, umfangreich und auf eigene Kosten geleistet“. Mit diesen Worten erinnerte Szech an die Mammutaufgabe, die die Branche im März und April bewältigte.

Die Rückholpflicht für Einzelreisende im Krisenfall ergibt sich laut Szech aus Grundgesetz und Völkerrecht. „Wenn Heiko Maas diese Pflicht ablehnt, stellt er sich nicht nur gegen die drei Mio. Beschäftigten der Tourismusbranche, sondern auch gegen geltendes Recht – das werden wir ihm nicht durchgehen lassen.“

Quelle: dpa, Tourexpi

6 Kommentare

  1. Endlich mal wird diesem möchtegern Außenminister dem es wichtiger erscheint „maasanzüge“ zu tragen als das wirtschaftliche überleben einer wirtschaftsbranche die Meinung gesagt….und im übrigen die reisewarnung für ein Land wie Grossbritannien aufzuheben mit mehr als 240000 infizierten und über 40000 Toten verglichen mit den Zahlen für die Türkei…..sogar ein Laie sieht worum es da geht….LÄÄÄÄCHERLICH UND VERLOGEN

  2. Ich werde auf jedenfall nach der Türkei fliegen. .Ob der Typ die Reisewarnung auf heben wird oder nicht ..Weil ich mich sicher fühle ..und ansrecken kann ich mich in Deutschland auch

  3. Ehrlich gesagt, in Deutschland ist die Ansteckungs gefahr größer als in ein Land wo sie gegen Corona einen Umfangreiche Massnahmen getroffen haben. Es scheint wieder mal daraus ein politisches Krieg geführt wird.

  4. Ich werde auch fliegen ob ich Corona in Deutschland oder Frankreich oder in den restlichen EU Länder bekomme dann lieber in der schönen Türkei weil unsere Politiker selbst bei der ersten besten Gelegenheit selber in die Sonne fliegen

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