Die Türkei kämpft um Gäste – Preise sollen stabil bleiben

Die Türkei tut alles, um den Tourismus wieder zu beleben: Es gibt in Sachen Corona schnelle Tests am Flughafen zur Vermeidung von Quarantäne nach der Heimreise, eine günstige Krankenversicherung und eine Vielzahl von Hygienemaßnahmen. Dabei sollen die Preise in der Hotellerie stabil bleiben.

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Für die Türkei steht viel auf dem Spiel: Von den Hoteliers über die Gastronomen bis hin zu den Bauern hat die Pandemie das Leben der vom Tourismus abhängigen Menschen auf den Kopf gestellt. Hygiene-Maßnahmen sollen ausländische Touristen zurückbringen

Im vergangenen Jahr kam eine Rekordzahl von 50 Millionen ausländischen Besuchern in die Türkei. Mit der Lockerung von Beschränkungen weltweit und der allmählichen Wiederaufnahme von Flugverbindungen versucht nun auch die Türkei, wieder Touristen ins Land zu holen und die Sommersaison einigermaßen zu retten. „Wir haben strenge Maßnahmen ergriffen, um unsere Angestellten und Touristen zu schützen“, sagt Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy. Die Türkei sei „das am besten vorbereitete Land“ für Reisende.

In der vergangenen Woche stellte Ersoy das Gütesiegel „Sicherer Tourismus“ vor, das aufgrund von 132 Kriterien an Hotels und Restaurants mit guten sanitären Bedingungen vergeben wird. Rund 500 Betriebe erhielten das Label bisher. Die Behörden hoffen, bis Juli rund 2000 solcher Zertifikate zu vergeben. Dafür müssen die Hotels unter anderem einen eigenen Quarantäne-Flügel für Touristen einrichten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

In einem Luxushotel an der Mittelmeerküste erinnern Bodenmarkierungen an die Abstandsregeln. Vor Aufzügen und Restaurants ist Desinfektionsgel platziert, das Personal trägt Schutzmasken. „Wir mussten unsere Betriebe umgestalten“, berichtet Sururi Corabatir, Präsident des türkischen Hotelierverbands. Und er verspricht zugleich: „Trotz dieser zusätzlichen Ausgaben werden wir die Preise nicht erhöhen.“

Versichert für 23 Euro

Zudem führten die Behörden eine Krankenversicherung für umgerechnet rund 23 Euro ein, die Reisende bei ihrer Ankunft abschließen und damit ihre Krankenhauskosten im Falle einer Covid-19-Behandlung abdecken können. Für die Türkei steht viel auf dem Spiel: Von den Hoteliers über die Gastronomen bis hin zu den Bauern hat die Pandemie das Leben der vom Tourismus Abhängigen auf den Kopf gestellt.

Im Moment wirkt die Küstenregion rings um Antalya, die wegen ihrer Luxus-Resorts den Spitznamen „Las Vegas ohne Casino“ trägt, wie eine Geisterstadt. Mit Ausnahme einiger Apotheken sind alle Geschäfte und Restaurants geschlossen.

„Im Jahr 2019 begrüßten wir 35 Millionen Passagiere, davon 15 Millionen aus dem Ausland. Seit Anfang des Jahres liegt die Gesamtzahl unter einer Million“, sagt Deniz Varol vom Flughafens Antalya. Dort erfassen Wärmekameras die Temperaturen der Passagiere. In einem eigens eröffneten Zentrum können 20.000 Corona-Tests täglich erfolgen – nur gibt es derzeit nicht annähernd so viele Passagiere. Auch ein Quarantäne-Raum für eventuell positiv Getestete steht leer.

Der Corona-Test soll nach jüngsten Informationen etwa 15 Euro kosten und binnen zwei- bis drei Stunden abgewickelt werden.

Doch werden all die Maßnahmen ausreichen, um wieder ausländische Touristen anzulocken? Viel wird von den Verhandlungen mit deren Heimatländern abhängen: Deutschland hat die Türkei auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. In der vergangenen Woche verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung bis Ende August – was in Ankara großen Unmut hervorrief. Und Russland, woher normalerweise auch traditionell viele Touristen in die Türkei kommen, gehört zu den von Corona am meisten betroffenen Ländern weltweit.

Tourismusminister Ersoy bleibt dennoch optimistisch und verweist auf die Vergangenheit. Im Jahr 2016 mit einem Putschversuch und mehreren Terroranschlägen „gab es eine ernste Krise, gefolgt von einem sehr starken Aufschwung“, sagt er. So sei es auch jetzt wieder: „Die Buchungen für 2021 häufen sich: Die Touristen haben die Türkei nicht vergessen, ganz im Gegenteil.“

Quelle: Tourexpi

Bildnachweis: AA

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