Noch Chancen für die Türkei

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung pauschal bis zum 31. August verlängern. Damit sind Reisen in 160 Länder (ausgenommen die meisten EU-Staaten) weitgehend blockiert, doch Ausnahmen sind möglich. Es besteht Hoffnung, dass für die Türkei eine Sonderregelung gefunden wird, die einen halbwegs normalen Reiseverkehr in das Land ermöglichen.

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Für viele Länder außerhalb der EU ist es eine böse Nachricht: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für 160 sogenannte Drittländer bis Ende August verlängert. Damit sind die Reisepläne ungezählter Urlauber durchkreuzt, die deutsche Reisebranche und der Tourismus der betroffenen Länder dürften schwer unter der Entscheidung leiden.

Eine pauschale Aufhebung der Warnung erscheint Berlin  „zu riskant“. Es könnten nicht Reisen in die ganze Welt freigegeben werden, da die Ausbreitung von Corona in vielen Staaten anhalte.

Allerdings bleiben Ausnahmen möglich, von denen auch die Türkei profitieren könnte: Denkbar sind Sonderregelungen für Staaten, die Erfolge in der Corona-Bekämpfung haben und im Rahmen von zweiseitigen Verträgen doch noch von der Reisewarnung ausgenommen werden könnten. Im Fall der Türkei gibt es noch Hoffnung, dass die Sommersaison an der türkischen Riveria und der Ägäis halbwegs gerettet werden kann.

Der türkische Präsident Erdogan hat angekündigt, noch in dieser Woche mit Bundeskanzlerin Merkel zu telefonieren und um eine Sonderregelung für die Türkei zu werben. Er glaube, dass Touristen, die in die Türkei kommen wollten, nicht daran gehindert werden könnten, sagte Erdogan.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hatte kürzlich erklärt, er sehe Chancen für deutsche Urlauber auf einen Sommerurlaub in der Türkei. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir setzen uns dafür ein, Reisewarnungen auch für Drittstaaten in den nächsten Wochen Schritt für Schritt zurücknehmen zu können. Wenn die Infektionszahlen niedrig sind und es hohe Sicherheitsstandards und Schutzvorkehrungen gibt, sehe ich keinen Grund dafür, eine Reisewarnung aufrechtzuerhalten.»

Die Türkei hat bereits begonnen, den Tourismus im Land langsam wieder hochzufahren. Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines hat ihren internationalen Flugstopp soeben aufgehoben, auch SunExpress hat einige Flüge von Deutschland in die Türkei gestartet. Flughäfen und Hotels bereiten sich ebenfalls auf ausländische Touristen vor. Die Einrichtungen müssen sich an zahlreiche Richtlinien halten, an Stränden etwa gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher und in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen können. Auch deutsche Firmen wie der TÜV Süd stellen Inspektoren.

Ausnahmen von der Reisewarnung bis zum 31. August will die Bundesregierung von verschiedenen Kriterien abhängig machen. Dabei sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Der türkische Außenminister Cavusoglu und der türkische Botschafter in Berlin hatten in den letzten Wochen mehrfach einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, Reisen in das Land am Bosporus baldmöglichst wieder zu ermöglichen. Sie verwiesen auf die Erfolge der Türkei im Kampf gegen das Corona-Virus.

Ersetzt werden könnte die Reisewarnung  durch sogenannte Reisehinweise. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht. Anhand der Reisehinweise soll jeder Tourist selbst entscheiden, was er sich zumuten will. Kurz gesagt bedeutet das: Urlaub auf eigene Gefahr.

Außenminister Maas hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen – ein bisher einmaliger Schritt. Was aber bedeutet eine Reisewarnung für Touristen? Dies ist kein Reiseverbot, erlaubt aber unter bestimmten Umständen Stornierungen gebuchter Reisen.

11 Kommentare

  1. Wenn die türkish Airlines tatsächlich am 10.06. mit Flügen von Deutschland aus startet, muss ich mich dann als deutscher Staatsbürger in der Türkei in Quarantäne begeben ???????

    • Das ist nicht zu vermuten. Wenn reguläre Flüge ab Deutschland starten, dürfte die türkediese Vorschrift aufheben. Aber sicher ist das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht

  2. Ich möchte am 13.06. von München nach Bodrum fliegen !
    Findet der Flug statt? Quarantäne nach Einreise ?

  3. Wie es aussieht, sind die Sunexpress-Flüge ab morgen von München aus noch immer aktiv… zum derzeitigen Zeitpunkt, sieht es aus, als würde die Airline regulär fliegen. Kann ich als deutsche dann einen solchen Flug ohne Einreise Probleme wahrnehmen?????

    • Ich möchte keineswegs in der ersten Maschine sitzen, die starten wird , aber wenn es dann tatsächlich ab morgen soweit sein sollte , wäre mein Plan , am 13.6. oder 14.6. zu fliegen …

    • Was soll man den bitte dazu sagen erst bei der Bevölkerung so viel Hoffnung geben und dann nicht mal auf einem Punkt kommen können. Meiner Meinung nach wenn EU Länder gehen oder Fliegen, dann müsste auch die drittstaatsländer gehen/ fliegen können. Eine Ganzheitliche Entscheidung muss getroffen werden.
      Hoffe das mein Flieger fliegt Mitte Juni

  4. Sehr geehrter Herr Hauck! Nun starten u landen die Flugzeuge aus Deutschland in der Türkei … allerdings soll dies NUR für Menschen mit türkischem Pass gelten laut Sunexpress … in der Botschaft und im Konsulat kann ich niemanden erreichen….
    Ich will u brauche keine Erlaubnis von Deutschland zur Ausreise ….
    ABER eine der Türkei zur Einreise , die scheint es nicht zu geben …

  5. Wir haben für August gebucht aber da der Mann ms Patient ist und wir zwei Kinder haben ist uns das zu riskant. Können wir bei alltours kostenlos stornieren? Lg

    • Bitte den Reiseveranstalter fragen, das kann ich als Nachrichtendienst beim besten Willen nicht beantworten. Der eine Veranstalter ist kulant, der andere stur

  6. Was ist wenn in dem Hotel in der ebene wo ich mit mein mann bin einer von covid 19 erkrankt ist , und wir daher länger in dem Hotel bleiben müssen , und das heist länger wie geplant !!! Wer sichert uns unsere Arbeitsplätze ????? Dafür gibt es eben auch keine Garantie . Also sollten die Hotels lieber absagen den Touristen !!!!!

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